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Führungsleitbild

Was ist ein Führungsleitbild

Ein Führungsleitbild ist eine schriftliche Beschreibung, wie eine Führungskraft ihre Rolle ausfüllt: Auftrag, Werte, Entscheidungsprinzipien und das Verhalten, an dem andere das erkennen. Ein persönliches Führungsleitbild gilt für eine Person und passt auf zwei bis vier Seiten. Gemeinsame Führungsleitlinien gelten dagegen für alle Führungskräfte einer Organisation.

4 Min. LesezeitZuletzt geprüft am 01. November 2026

Der Begriff wird unterschiedlich verwendet. Manche Unternehmen meinen damit ein Dokument für alle Führungskräfte, andere die persönliche Standortbestimmung einer einzelnen Person. Beides hat seinen Platz – aber es sind zwei verschiedene Dinge, und wer sie verwechselt, schreibt am Ende ein Papier, das niemand lebt.

Persönliches Führungsleitbild: die Definition

Ein persönliches Führungsleitbild beantwortet drei Fragen: Wofür bin ich als Führungskraft da? Nach welchen Werten und Prinzipien handle ich, besonders wenn es schwierig wird? Und woran können andere das erkennen? Die dritte Frage unterscheidet ein Leitbild von einer Werteliste. Erst wenn jeder Grundsatz in beobachtbares Verhalten übersetzt ist, wird er im Alltag überprüfbar.

Was gehört in ein Führungsleitbild?

Bewährt haben sich sieben Bausteine:
  • Führungsauftrag: ein Satz, wofür du in deiner Rolle verantwortlich bist.
  • Werte in Reihenfolge: drei bis fünf, sortiert für den Konfliktfall.
  • Entscheidungsprinzipien: wie du entscheidest und Entscheidungen erklärst.
  • Zusammenarbeit: was andere von dir erwarten können und was du erwartest.
  • Umgang mit Fehlern und Konflikten: wie du reagierst, wenn etwas schiefgeht.
  • Verhaltenszusagen: konkrete Sätze für wiederkehrende Situationen.
  • Entwicklungsaufgaben: woran du selbst noch arbeitest.

Führungsleitbild, Führungsleitlinien, Unternehmensleitbild

Ein Unternehmensleitbild beschreibt, wofür eine Organisation steht. Führungsleitlinien oder Führungsgrundsätze legen fest, was das Unternehmen von allen Führungskräften erwartet. Ein persönliches Führungsleitbild füllt diesen Rahmen mit dem Verhalten einer einzelnen Person. Die drei sollten zusammenpassen, ersetzen sich aber nicht. Mehr dazu im Artikel Führungsleitbild oder Führungsleitlinien.

Für wen ist ein persönliches Führungsleitbild sinnvoll?

Für alle, die Verantwortung für andere oder für Ergebnisse tragen, auf die andere angewiesen sind: Team- und Bereichsleitungen ebenso wie Projektleitungen und Fachexpertinnen ohne Personalverantwortung. Für Menschen, die gerade erst ihre erste Führungsrolle übernehmen, ist ein Leitbild meist zu früh. Nach etwa einem halben Jahr Führungsrealität lässt es sich an echten Situationen schärfen.

Wie sieht ein Leitsatz konkret aus?

Ich bleibe ansprechbar. Wenn es eng wird, sage ich, was feststeht, was offen ist und wann ich mich wieder melde.
Der erste Satz ist der Wert, der zweite das Verhalten. Weitere Formulierungen findest du unter Führungsleitbild Beispiele, die Schrittfolge unter Führungsleitbild entwickeln.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Wie lang sollte ein persönliches Führungsleitbild sein?

Zwei bis vier Seiten für die ausführliche Fassung, dazu eine Kurzfassung auf einer Karte. Länger wird es selten gelesen, kürzer fehlt meist die Übersetzung in Verhalten. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern ob jeder Leitsatz im Alltag überprüfbar ist.

Ist ein Führungsleitbild dasselbe wie ein Führungsstil?

Nein. Ein Führungsstil beschreibt, wie du typischerweise führst, oft als Kategorie wie kooperativ oder direktiv. Ein Leitbild beschreibt, wie du führen willst und warum, mit konkreten Zusagen für bestimmte Situationen. Der Stil ist eine Beobachtung, das Leitbild eine bewusste Entscheidung.