Wie entwickle ich ein persönliches Führungsleitbild
Ein persönliches Führungsleitbild entwickelst du in sechs Schritten: Rolle klären, Werte bestimmen, Wirkung prüfen, Prinzipien für Druck, Gespräche und Entscheidungen formulieren, alles schriftlich verdichten und im Alltag erproben. Entscheidend ist, dass jeder Leitsatz ein beobachtbares Verhalten beschreibt. Für einen belastbaren Entwurf brauchst du mehrere Wochen, nicht einen Nachmittag.
Warum lohnt sich ein eigenes Führungsleitbild überhaupt?
Schritt 1: Kläre deine Führungsrolle
- Was erwartet deine eigene Führung von dir, was erwartet dein Team?
- Welche Entscheidungen triffst du allein, welche gemeinsam, welche gar nicht?
- Woran würde jemand nach einem Jahr erkennen, dass du deine Rolle gut ausgefüllt hast?
Schritt 2: Bestimme deine Werte – und priorisiere sie
Schritt 3: Prüfe deine Wirkung an einem Fremdbild
- Wann hast du mich zuletzt als besonders klar erlebt?
- Wann war für dich nicht nachvollziehbar, warum ich so entschieden habe?
- Was sollte ich unbedingt beibehalten?
Schritt 4: Formuliere Prinzipien für die schwierigen Momente
Leitsatz: Ich entscheide nachvollziehbar. Im Alltag heißt das: Ich erkläre jede größere Entscheidung mit Grund, verworfener Alternative und dem, was sie für das Team bedeutet.
Schritt 5: Verdichte alles schriftlich
Schritt 6: Erprobe das Leitbild im Alltag
Wann reicht eine Vorlage nicht mehr aus?
Häufige Fragen zu diesem Thema
Wie lange dauert es, ein Führungsleitbild zu entwickeln?
Einen ersten Entwurf schreibst du in wenigen Wochen. Belastbar wird das Leitbild erst, wenn du es vier bis sechs Wochen an echten Situationen erprobt und nachgeschärft hast. Wer es an einem Nachmittag schreibt, hat meist eine gut klingende Werteliste, aber noch keine Prinzipien.
Wie viele Leitsätze sollte ein Führungsleitbild haben?
Sechs bis zwölf Leitsätze haben sich bewährt, verteilt auf Druck, Gespräche und Entscheidungen. Mehr kann sich im Alltag niemand merken. Weniger als vier decken die schwierigen Situationen meist nicht ab.
Sollte ich mein Führungsleitbild meinem Team zeigen?
In der Regel ja, zumindest die Kurzfassung. Wer sein Leitbild offenlegt, lädt zur Rückmeldung ein und macht sich überprüfbar. Das kostet anfangs Überwindung, erhöht aber die Glaubwürdigkeit deutlich. Persönliche Entwicklungsaufgaben darfst du für dich behalten.
Quellen
- Gallup Engagement Index Deutschland 2025, Befragung von 1.700 Arbeitnehmenden ab 18 Jahren, 17.11.–20.12.2025, gallup.com