Wie formuliere ich Führungsgrundsätze, die im Alltag halten
Führungsgrundsätze halten im Alltag, wenn sie als Verhalten in einer konkreten Situation formuliert sind statt als Eigenschaft. Aus „Ich bin transparent“ wird „Ich teile Zahlen, sobald ich sie habe, auch wenn sie schlecht sind“. Die Prüffrage lautet: Könnte jemand aus deinem Team beobachten, ob du dich daran hältst?
Vom Wert zum Grundsatz in drei Schritten
- Wert benennen: zum Beispiel Verlässlichkeit.
- Situation finden: Wann wird Verlässlichkeit bei dir auf die Probe gestellt? Etwa wenn sich Prioritäten kurzfristig ändern.
- Verhalten festlegen: „Wenn ich eine Zusage nicht halten kann, sage ich es, sobald ich es weiß, und nenne einen neuen Termin.“
Die vier Qualitätskriterien
- Beobachtbar: Andere können sehen, ob du dich daran hältst.
- Situationsbezogen: Der Grundsatz nennt den Moment, in dem er gilt.
- Unterscheidbar: Er beschreibt etwas, das nicht jede Führungskraft ohnehin tut.
- Eigen: Er klingt nach dir, nicht nach einem Personalentwicklungskonzept.
Typische Fehler beim Formulieren
Wie prüfe ich, ob ein Grundsatz trägt?
Häufige Fragen zu diesem Thema
Was ist der Unterschied zwischen Führungsgrundsätzen und Führungsleitlinien?
Persönliche Führungsgrundsätze formulierst du für dich selbst. Führungsleitlinien legt ein Unternehmen für alle Führungskräfte fest. Beides kann nebeneinander bestehen: Die Leitlinien setzen den Rahmen, deine Grundsätze beschreiben, wie du ihn mit deinem Verhalten füllst.
Sollten Führungsgrundsätze in der Ich-Form stehen?
Ja. Die Ich-Form macht den Satz zu einer persönlichen Zusage und damit überprüfbar. Formulierungen wie „Führungskräfte sollten“ verschieben die Verantwortung auf eine abstrakte Gruppe und wirken im Alltag kaum.