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Führungsleitbild

Wie formuliere ich Führungsgrundsätze, die im Alltag halten

Führungsgrundsätze halten im Alltag, wenn sie als Verhalten in einer konkreten Situation formuliert sind statt als Eigenschaft. Aus „Ich bin transparent“ wird „Ich teile Zahlen, sobald ich sie habe, auch wenn sie schlecht sind“. Die Prüffrage lautet: Könnte jemand aus deinem Team beobachten, ob du dich daran hältst?

4 Min. LesezeitZuletzt geprüft am 01. November 2026

Fast jeder erste Entwurf eines Führungsleitbilds besteht aus Adjektiven: wertschätzend, transparent, verlässlich. Das ist kein Fehler, sondern ein Zwischenschritt. Ein Grundsatz wird erst dann wirksam, wenn aus dem Adjektiv ein Verhalten wird, das in einer bestimmten Situation sichtbar ist.

Vom Wert zum Grundsatz in drei Schritten

  1. Wert benennen: zum Beispiel Verlässlichkeit.
  2. Situation finden: Wann wird Verlässlichkeit bei dir auf die Probe gestellt? Etwa wenn sich Prioritäten kurzfristig ändern.
  3. Verhalten festlegen: „Wenn ich eine Zusage nicht halten kann, sage ich es, sobald ich es weiß, und nenne einen neuen Termin.“

Die vier Qualitätskriterien

  • Beobachtbar: Andere können sehen, ob du dich daran hältst.
  • Situationsbezogen: Der Grundsatz nennt den Moment, in dem er gilt.
  • Unterscheidbar: Er beschreibt etwas, das nicht jede Führungskraft ohnehin tut.
  • Eigen: Er klingt nach dir, nicht nach einem Personalentwicklungskonzept.

Typische Fehler beim Formulieren

Der häufigste Fehler ist der Versuch, jeden Wert abzudecken. Zwölf präzise Grundsätze wirken stärker als dreißig allgemeine. Der zweite Fehler sind Absolutformulierungen wie „immer“ und „nie“. Sie sind unehrlich, und dein Team weiß das. Schreib lieber „in der Regel“ und benenne die Ausnahme. Der dritte Fehler: Grundsätze nur für gute Tage. Die wichtigsten Sätze gelten für Druck, Konflikt und Fehler.

Wie prüfe ich, ob ein Grundsatz trägt?

Lies ihn einer Person aus deinem Arbeitsalltag vor und frag: Woran würdest du merken, dass ich das tue? Kommt eine klare Antwort, trägt der Satz. Kommt ein Zögern, ist er noch zu allgemein. Mehr Muster findest du unter Führungsleitbild Beispiele.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Was ist der Unterschied zwischen Führungsgrundsätzen und Führungsleitlinien?

Persönliche Führungsgrundsätze formulierst du für dich selbst. Führungsleitlinien legt ein Unternehmen für alle Führungskräfte fest. Beides kann nebeneinander bestehen: Die Leitlinien setzen den Rahmen, deine Grundsätze beschreiben, wie du ihn mit deinem Verhalten füllst.

Sollten Führungsgrundsätze in der Ich-Form stehen?

Ja. Die Ich-Form macht den Satz zu einer persönlichen Zusage und damit überprüfbar. Formulierungen wie „Führungskräfte sollten“ verschieben die Verantwortung auf eine abstrakte Gruppe und wirken im Alltag kaum.